Programme

„Demokratie Leben!“ unterstützt

Schulprojekt des Spuren e.V.

Am Freitag, den 1. April 2022, war Spuren-Direktor Dr. Michael Luick-Thrams bei der Übergabe des Zuwendungsbescheid unseres Förderers „Demokratie Leben!“. Dem Spuren e.V. wurden 10.000€ Fördergelder für sein Projekt „Demokratie in Gefahr: von Hitler bis Honecker – Lokale und globale Perspektiven auf Unstrut-Hainich“ zugesprochen. Im Zuge dieses Projekts wollen wir an Schulen gehen und mit den Schüler*innen über praktische Demokratie, Thüringer Sozialgeschichte und das Nebeneinanderleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen sprechen. Dazu bringen wir Gastredner aus aller Welt nach Bad Langensalza, damit diese ihre einzigartigen Geschichten teilen können. Wir danken „Demokratie Leben!“ für ihr Vertrauen in unser Projekt und die großzügige Fördersumme!

Bad Langensalzaer Hilfsprojekt nimmt
Flüchtlinge aus der Ukraine auf

Dr. Michael Luick-Thrams, Direktor des Spuren e.V. in Bad Langensalza, kaufte am 24.03.2022 ein Haus. Am 29.03.2022 zog bereits eine achtköpfige Familie, die aus der Ukraine geflohen war, ein. Innerhalb von nur zwei Wochen wurde das Haus vollständig renoviert, mit Möbeln ausgestattet und einzugsbereit gemacht. Mithilfe von zahlreichen freiwilligen Helfern aus Bad Langensalza und Umgebung konnte aus dem leerstehenden Haus das Flüchtlingsheim Phyllis-Thrams-Luick-Haus in kürzester Zeit entstehen. Damit folgt Michael dem Vorbild des Scattergood Hostels, welches von Quäkern in Iowa zur Zeit des Zweiten Weltkriegs eröffnet wurde und insgesamt 185 Geflüchtete aus Europa aufnahm. Für die Dauer des Ukraine-Krieges und danach soll dieses Haus jenen Zuflucht bieten, die vor Krieg und Leid fliehen. In den nächsten Tagen sollen noch weitere ukrainische Flüchtlinge ins Haus kommen und wir hoffen, dass sie sich im Phyllis-Thrams-Luick-Haus und in Bad Langensalza gut einleben.

Amerikanischer Ureinwohner hält
Gastvortrag im Salza-Gymnasium

Am Freitag, den 18. März 2022, besuchte Kevin Manygoats, ein amerikanischer Ureinwohner vom Stamm der Navajo (sie selbst nennen sich Diné) das Salza-Gymnasium. Zuerst besuchte er eine 8., danach eine 5. Klasse und brachte ihnen auf schülerfreundlichem Niveau die Geschichte und Kultur der Ureinwohner Amerikas, besonders die seines Stammes, näher. Die Kinder waren neugierig und haben viel Neues erfahren. Wir hoffen, bald weitere Projekte mit Kevin an Schulen durchzuführen. 

Global Salon LSZ:
Amerikanischer Ureinwohner hält
Gastvortrag beim Global Salon LSZ

Am Donnerstag, den 17. März 2022, besuchte Kevin Manygoats, ein amerikanischer Ureinwohner vom Stamm der Navajo (sie selbst nennen sich Diné) Bad Langensalza. Beim Global Salon, der diese Woche im Burgtheater stattfand, sprach er über die Geschichte und Kultur der Ureinwohner Amerikas. Die Zuhörer waren begeistert und hatten viele interessierte Rückfragen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und hat einige neue Menschen zum Global Salon gebracht. Wir würden Kevin gerne bald wieder in Bad Langensalza begrüßen!

Engagement für den Frieden:
Spuren-Mitglieder bei einer Demonstration in Washington DC

Am Sonntag, den 27. Februar 2022, waren Spuren e.V. Direktor Dr. Michael Luick-Thrams und seine FSJlerin Anja Teil einer Demonstration vor der Russischen Botschaft in Washington DC. Gemeinsam mit Quäkern aus der Umgebung setzten sie sich für den Frieden und gegen den Krieg in der Ukraine ein. Es war bewegend, wie viele Menschen verschiedener Hintergründe sich gemeinsam für diese wichtige Sache einsetzten. Wir wollen ein klares Zeichen setzen: Was in der Ukraine passiert ist Unrecht und obwohl wir überparteilich und unpolitisch sind, ist Engagement wie dieses wichtig und essentieller Teil unserer Philosophie.

Gastvorträge in den USA:
Out of Hitler’s Reach:
The Scattergood Hostel
for European Refugees

Im Februar 2022 reisten Dr. Michael Luick-Thrams und seine FSJlerin Anja durch die Vereinigten Staaten, um Präsentationen über das Scattergood Hostel in Iowa zu geben. Das wenig bekannte Hostel diente während des Zweiten Weltkriegs als Zufluchtsort für europäische Flüchtlinge, die Hitlers Naziregime entkommen wollten. Am 23. Februar 2022 besuchte Michael die Princeton Friends School, eine Quäker-Tagesschule in den Wäldern Pennsylvanias. Sein Vortrag war besonders relevant für die dortigen Schüler*innen, da das Scattergood Hostel im mittleren Westen von ungefähr 40 Quäker*innen sowie Hochschüler*innen geleitet und auf dem Grundstück eines verlassenen Quäkerinternats errichtet wurde. Später, am 26. Februar, präsentierte Michael im German-American Heritage Museum of the USA in Washington, D.C. Auch Interessierte, die nicht vor Ort sein konnten, hatten die Chance, über Zoom an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Zuhörer*innen lernten über die 185  Flüchtlinge, des Hostels und erfuhren Details aus aufgezeichneten Interviews mit ehemaligen Bewohner*innen. Dr. Michael Luick-Thrams befasste sich bereits mit der Thematik als er sein Buch Out of Hitler’s Reach: The Scattergood Hostel for European Refugees, 1939-43 schrieb. Er wirkte außerdem in einer PBS-Dokumentation über Scattergood mit, welche er in seine Präsentation einbaute.

Global Salon LSZ:
“Reporting to you ‘Live from New York’!“

Am Donnerstag, den 24.02.2022 traf sich der Global Salon LSZ wieder für unseren kostenlosen wöchentlichen Englischkonversationskurs. Wir freuten uns, neue Mitglieder willkommen heißen zu dürfen! Während des Kurses schalteten sich Dr. Michael Luick-Thrams (USA), seine FSJlerin Anja (Deutschland) sowie seine zukünftige Workaway-Freiwillige Marissa (USA) live via Zoom aus den Staaten zu. Sie stellten den Big Apple vor und teilten mit uns ihre persönlichen Erfahrungen darüber, wie es ist diese faszinierende Metropole hautnah kennen zu lernen!

Global Salon
LSZ Keller Tour

Am 17. Februar 2022 übernahm unser Workaway-Freiwilliger Edison unseren Englischkurs – den “Global Salon LSZ” – um mit den Teilnehmenden Diskussionen über Fragen zu führen, die häufig von Ausländern bezüglich Deutschland gestellt werden. Beispielsweise ging es darum, wieso bei uns die Geburtenrate vergleichsweise niedrig ist, wozu es eine Menge verschiedener Ansätze und Theorien gab.Danach nahm unser liebes Salonmitglied Anja, welche auch als Stadtführerin arbeitet, einige von uns mit auf eine Tour durch die Travertin-Gewölbekeller unter Bad Langensalza! Es war spukhaft, “spinnenhaft” und aufregend!

Von links nach rechts: Edison (Philippinen), Horst (Deutschland), Marianne (Deutschland), Anja (Deutschland), Leonie (Deutschland) und Demetre (Georgien) in den Gewölbekellern unter Bad Langensalza.

The Global Salon in
Bad Langensalza (“LSZ”)

Seit dem 4. November 2021 findet im Haus der Spuren jeden Donnerstagabend ein Englischkonversations-“Kurs” statt, der eigentlich keiner ist: Unter dem Motto, Einheimische zusammenzubringen, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen und zu üben, erkunden wir als Gruppe eine Reihe anderer Kulturen: Edison von den Philippinen und Demetre aus Georgien haben zum Beispiel über ihre Heimatländer gesprochen; Anja und Michael haben “live” aus New York berichtet. Im weiteren Verlauf dieser Reihe werden wir Reiseberichte, Programme über andere Länder und Kulturen, historische Rückblicke und ähnliches anbieten.

So kommen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen
So kommen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen. Von links nach rechts: Leonie (Deutschland), Edison (Philippinen), Michael (USA), Jörg (Deutschland), Demetre (Georgien) und Marianne (Deutschland).

Spuren e.V. organisiert mit
Bad Langensalzaer Stadtmuseum Schulprojekt:
Den letzten deutschen Bruderkrieg aus
Zeitzeugenperspektiven betrachten

Bad Langensalza, die Heimat des Spuren e.V., ist mit der Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866 ein bedeutender Teil der Geschichte des Deutsch-deutschen Kriegs. Deshalb ist es hier umso wichtiger, dass Jung und Alt sich mit diesem historischen Ereignis beschäftigen.

Dr. Michael Luick-Thrams vom Spuren e.V. hat es sich in Kollaboration mit dem Direktor des hiesigen Stadtmuseums, Stefan Schuchardt, zur Aufgabe gemacht, diesen Prozess zu fördern. Im Rahmen eines zweiteiligen Projektes, welches am 25.01.22 und am 01.02.22 stattfand, luden sie eine elfte Klasse des Bad Langensalzaer Salza-Gymnasiums in das Museum ein und hielten Vorträge über die Schlacht bei Langensalza und ihre Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der deutschen Geschichte. Danach erhielten die Schüler*innen die Aufgabe, aus verschiedenen Perspektiven über die Schlacht zu berichten. Auf Basis eines Zeitzeugenberichtes versetzten sie sich in die Lage eines beteiligten Soldaten, seiner Mutter, eines zeitgenössischen Journalisten und eines Historikers. Auf diese Weise war es Ihnen möglich, dieses Ereignis aus sozialgeschichtlicher Sicht zu betrachten und sich damit auseinanderzusetzen, was in den betroffenen Menschen damals wohl vor sich gegangen sein musste.

Internationale Freiwillige gestalten
Unterrichtsstunden für Fünftklässler

Für die kindliche Entwicklung ist es wichtig, schon früh mit verschiedenen Menschen und Kulturen in Berührung zu kommen. Genau das hat der Spuren e.V. zwei fünften Klassen des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums Großengottern am 31. Januar 2022  ermöglicht. Zwei seiner freiwilligen Mitarbeitenden, Edison Miguel Capulong von den Philippinen und Demetre Chinchaladze aus Georgien, besuchten die Schüler*innen und gestalteten interaktive Schulstunden für sie.

Die beiden jungen Männer erzählten ihnen spannende Infos über ihre Heimatländer. Sie sprachen über die Geografie, das Klima sowie den Sport ihrer Herkunftsorte und bereiteten dazu eine Präsentation voller wunderschöner Bilder vor. Um dafür zu sorgen, dass die Kinder selbst aktiv werden und ihrer Neugierde freien Lauf lassen konnten,  bauten sie Fragerunden und Übungen in ihre Lehreinheit mit ein. Der Unterricht fand, passend zum Thema, auf Englisch statt. So haben der US-amerikanische Spuren-Direktor, Dr. Michael Luick-Thrams, und Edison Capulong, welcher bereits in Madrid als Englischlehrassistent arbeitete, neue Vokabeln für die Kinder erklärt und veranschaulicht.

Den Fünftklässlern hat es gefallen und wir hoffen, dass sie viel von unserem Besuch mitnehmen konnten!

The Global Salon EF:
CORONA Edition

Der folgende Eintrag zeigt ein Foto vom 26. Januar 2020 von englischsprachigen Expats in Erfurt, die gerade einer ausführlichen PowerPoint-Präsentation von Anahita Arian gelauscht haben – und kurz bevor sie sich durch einen gut gefüllten Buffettisch gekaut haben. Momentan ist eine so ungezwungene, körperlich enge Zusammenkunft nur ein Traum, ja nur ein Trugbild von “Es war einmal” … Bald nach dem Foto hörten wir auf, uns zu treffen – bis wir es wieder wagten, uns an einem sonnigen Freitag am frühen Abend des 12. Juni 2020 “distanziert” zu treffen. Von verständlichen Ansteckungsängsten in der Anzahl reduziert ist hier eine Szene der wenigen mutigen Seelen, deren Hunger nach sozialem Kontakt und intellektueller Anregung immer noch (oder” wieder “?) größer war als ihre Ängste … oh, und ganz zu schweigen vom Hunger nach nicht deutschem Essen!

Wir wissen noch nicht, wann wir uns in Zukunft wieder zu solchen Treffen versammeln können … hoffentlich wird es sehr bald sein …

The Global Salon
in Erfurt (“EF”)

Vor dem ersten Weltkrieg lebten die meisten englischsprachigen “Expats” in Europa in Paris—an zweiter Stelle in Dresden: Das sogenannte “Elbflorenz” sorgte für sie durch eine Reihe von englischsprachigen Zeitungen, Buchhandlungen, Cafés, sozialen Vereinen, Grabsteinen … es gab sogar eine anglikanische, eine presbyterianische und eine “American” Kirche. Leider zerstörte ein Dreivierteljahrhundert geprägt von Weltkriegen, Diktatur und dem Eisernen Vorhang die angloamerikanische Kultur in Ostdeutschland.

Wir möchten das ändern und beginnen im Herzen Deutschlands, in Thüringen:

15 Expats („Ausländer“) nahmen am Sonntag, dem 26. Januar 2020, an der PräsentationDer diplomatische Gesandte der Safawiden in Siam im 17. Jahrhundert: Eine Politik der Wissensbildung“ von Anahita Arian teil. In der hinteren Reihe von links: Tim (Texas), Jeremy (Ontario), David (Irland), Lelah (Ontario), Anahita (Iran) und Niederlande), Carolina (Spanien), Sabine (Erfurt) und Shelley (Kalifornien und New York); aus der 1. Reihe: John (Yorkshire), Barbara (Missouri), Stefan (Südafrika), Marianna (Rumänien und Großbritannien) und Michael (Iowa). Als Gruppe haben wir in unzähligen Ländern gelebt, zusätzlich zu den aufgelisteten Ländern wären dann etwa zu nennen die Türkei, Südkorea, die Tschechoslowakei, Frankreich, Bangladesch, Brasilien, Ecuador.

Seit Silvester 2017 gibt es eine Gruppe von Englisch-Muttersprachlern in Thüringen, die sich regelmässig trifft, um miteinander ein noch besseres Zusammenleben zu erreichen—durch Austausch, Programme… Gemeinschaft.

Hier ist unsere Einladung zum Treff am 26. Januar 2020:

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Hier sind unsere Posters zu den vorherigen Treffen:

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Oktober 2019Herunterladen pdf(13.3mb)

August 2018flyer_2018_Aug_the_global_salon_lowHerunterladen pdf(185kb)

Juni 2018

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Der Journalist Karsten Jauch (Thüringer Allgemeine) mochte die Idee des „Global Salon“ so sehr, dass er hierüber zweimal in seiner wöchentlichen Kolumne „Kunstpause“ schrieb: Er stellte das Projekt vor—verbunden mit einer Einladung—und berichtete im Anschluss an das erste Treffen, bei dem er selbst anwesend war, über dieses neue Projekt.

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“In Luthers Fußstapfen:”
aus dem Mittleren Westen erkunden Erfurt

Am 17. Januar 2020 besuchten 17 Studenten des Luther College (Decorah, Iowa) im Rahmen einer dreiwöchigen Deutschlandtournee mit Schwerpunkt auf klassischer Musik Erfurt. Einer ihrer beiden Begleiter, Musikprofessor James Griesheimer, begleitete sie bei ihrer 12-stündigen Erkundung der Provinzhauptstadt unter der Leitung von TRACESpuren-Direktor Michael Luick-Thrams.

Nach einer Begrüßung und einer ersten Orientierung vor dem Hauptbahnhof erkundeten die Studierenden Thüringen virtuell im regionalen Besucherzentrum gegenüber dem Hauptbahnhof:

Dann begann ihre große Entdeckungstour durch die alt-ehrwürdige Stadt:

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Am Nachmittag stand unter anderem ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Topf & Söhne auf dem Programm: Topf & Söhne waren als „Hersteller der Öfen von Auschwitz“ berüchtigt. Die Studentinnen und Studenten trugen Auszüge von ehemaligen Studenten des Luther College vor, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatten—was sich für diese zeitgenössischen Studenten als außerordentlich bedeutsam erwies.

The War Correspondence of Luther College’s Student Soldiers
herunterladen: PP presentation (pdf) oder script (pdf)

Nach einer Führung durch das STASI-Gefängnis-Gedenkstätte in der Andreasstraße schätzten alle Beteiligten an diesem Abend das „leichtere“ Abendessen—ein mittelalterliches Dinner-Bankett in den Gewölbekellern des Wirtshauses Christoffel:

Der Abend endete mit einem Blick über die Erfurter Altstadt vom Stadtpark auf einem Hügel auf der Rückseite des Hauptbahnhofs. Bereits bei der Abreise mit dem ICE-Schnellzug zu ihrem Hotel in Eisenach traurig, dass die Zeit so schnell vergangen war, blieb Michael Luick-Thrams für den Rest der Reise mit den Studenten in Kontakt. Er schickte ihnen am Tag ihrer Tour durch Dachau sowohl einen Film über die Befreiung des Lagers durch amerikanische Soldaten als auch einen Link zu Fotos, die einige der Soldaten aus dem Mittleren Westen vom Lager gemacht hatten, nachdem sie die Nazis besiegt hatten.


Haus der Demokratie + 70 Jahre Grundgesetz:
” – Und was hat das mit Dir zu tun?”

Projektwoche – 2019

Sohn Christian Krauter (links) mit seiner Mutter Anneliese,
und Michael Luick-Thrams; Meiningen, 1. Oktober 2019

Vom 30. September bis 2. Oktober haben die Schüler der Regelschule “Am Kiliansberg” in Meiningen (Thüringen) die Geschichte ihrer eigenen Familie betrachtet, indem sie die Erfahrung anderer erkundeten. Michael Luick-Thrams hat ihnen aus der Deutsch-Amerikanischen Geschichte berichtet, um einen Kontext für Ehrengast Anneliese Krauter, geb. Wiegand zu schaffen. Sie ist den ganzen Weg aus Indianapolis gekommen, um den Schülern ihre eigene, persönliche Geschichte zu erzählen:

Es geschah sofort nach dem Pearl Harbor Angriff in Hawaii: Krieg an der Heimatfront USA hieß es. Sie war doch Amerikanerin, oder? Anneliese war in New York als Kind deutschstämmiger Eltern geboren worden, wie ihr Bruder, Freddie. Ihre Mutter, von Beruf Köchin, hatte ebenfalls die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben. Annelieses Vater hatte aber nur vorläufige Papiere und war noch nicht legal. Infolgedessen wurde er von der FBI verhaftet, als “gefährlicher feindlicher Ausländer” gebrandmarkt und auf Ellis Island festgehalten. Nach einigen Durchgangsstationen wurde die ganze Familie im “Crystal City Familien-Lager” (Texas) interniert. Mutter und Kinder gingen freiwillig ins Lager, weil das Leben getrennt von Vater und Ehemann zu schwer wurde. Nach einiger Zeit als Internierte wurde die ganze Familie Wiegand nach Deutschland repatriiert und gegen US-Staatsangehörige ausgetauscht. Es war nun Ende Februar 1944, als das Abenteuer der Wiegands in Bettenhausen und Meiningen begann…

Untertitel von Anneliese (links): “WEIHNACHTEN 1942: Ein Foto, das meine Mutter als Weihnachtsgeschenk meinem Vater ins Internierungslager (Fort Lincoln, Bismarck, North Dakota, USA) zuschickte. Abgebildet sind Anneliese, Alma (geb. Wiedrich) und Freddy.”

… wo die Schüler/innen vom Kiliansberg Annelieses faszinierende Geschichte als Ausgangspunkt zum Schreiben ihrer Eigenen nutzten. Das Resultat ihrer Arbeit teilten sie mit der restlichen Schule im Rahmen der folgenden Veranstaltung:


„Unser Erfurt wird immer bunter“
Bilder unserer Stadt – 2018

An der Erfurter Schillerschule haben wir einen, sowie an der Gemeinschaftsschule Am Roten Berg in Erfurt mehrere Projekttage unter dem Motto „Unser Erfurt wird immer bunter“ im August, bzw. September und Dezember 2018 durchgeführt, mit dem Ziel die Schüler für die eigenen Mitmenschen und den Umgang mit ihnen zu sensibilisieren.

So berichteten Kevin Manygoats, Greg Mock und Dr. Michael Luick-Thrams über ihre Kindheit und ihre Familien (jeweils) in einem Navajo Reservat in Arizona, in einem „inner-city Ghetto für Farbige“ in Philadelphia und auf einem Bauernhof in Iowa mit einem Ur-Großvater, der als Mitglied im Klu-Klux-Clan z.B. katholischen Christen verfolgte. In ihren ganz persönlichen Familiengeschichten spiegelte sich das Thema „Die Wurzeln des Rassismus in Amerika“.  Dadurch wurden Fragen wie z.B. „Warum werden Farbige, Indianer oder katholische Christen verfolgt?“ konkret. Die Schüler konnten über die Wurzeln von Konflikten z.B. in der Familie, in einer Schulklasse oder auf der Straße, ins Gespräch kommen sowie darüber nachdenken, wie sich Konflikte heute in Erfurt auf ihr Zusammenleben auswirken könnte.

Thaer Issa, Palästinenser und Sagy Cohen, Israeli berichteten darüber, wie sie in einem Staat aufwuchsen mit dem Feindbild des jeweils Anderen. Die Schüler diskutierten über den Begriff Heimat und was er für sie bedeutet. Der Referent Hatem Adi, geflüchteter Syrer erzählte über sein Leben vor und während des Krieges in Syrien und was dieser für seine Familie im Alltag bedeutete. Die SchülerInnen stellten interessiert Fragen und erfuhren welche Ängste und Furcht er im Krieg und während der Flucht nach Europa zu bewältigen hatte. In der Schulklasse sind mehrere Schüler mit Migrationshintergrund z.B. auch Geflüchtete aus Syrien. Diese SchülerInnen erzählten zum ersten Mal ihren Mitschülern, was sie selbst in Syrien und auf der Flucht für einschneidende Erfahrungen gemacht hatten.

Präsentation (PDF)


Neun Monate, Drei Mächte, Millionen von Schicksalen:

Thüringische Sozialgeschichte von Januar bis September 1945

Ein umgebauter LKW (oder bei Vollfinanzierung ein Doppeldeckerbus; als Beispiele unserer “BUS-eums” siehe diesen oder jenen Link) würde uns die Möglichkeit geben, nicht nur mit der Ausstellung auf „Tour“ zu gehen und sie in kleineren Gemeinden außerhalb der Ballungsgebiete zu zeigen, sondern auch Geschichte in einem außergewöhnlichen Raum erlebbar zu machen. Das Thema der Ausstellung, die Sozialgeschichte Thüringens während der ersten neun Monate des Jahres 1945, ist—nicht nur für Thüringer—von sozialer Relevanz, da es um die Aufarbeitung der Vergangenheit geht. Als Ausstellungsstücke bieten sich unter anderem Auszüge aus Tagebüchern, Briefen und Interviews, historisches Bild- und Videomaterial, Aufnahmen von Zeitzeugeninterviews, Zeichnungen und Fotografien an. Zudem würden wir gerne Besucher dazu einladen, ihre Geschichten (oder die ihrer [Groß-]Eltern) über diese Periode mit uns zu teilen, sodass wir sie für die nächsten Generationen bewahren können.

Weitere Informationen unter:

Download (PDF, 2MB)


Worte zwischen Welten

Unsere Programm-Angebote bereichern Schulen, Museen, Kirchengemeinden und andere gesellschaftlich engagierte Organisationen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um uns als Gäste zu buchen in Ihrer Organisation. Empfehlen Sie uns gerne weiter!

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Wir schaffen Begegnungen und Austausch zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen.

In Mittel- und Ostdeutschland stellen sich gegenwärtig besondere Herausforderungen:

Hier leben relativ wenige Nicht-Deutschstämmige. Die meisten Einheimischen kennen keine Ausländer persönlich, trotzdem haben sie ihnen gegenüber Angst und begegnen “den Fremden” teilweise mit Verachtung. Dadurch entstehen Konflikte.

Spuren e.V. will mit Worte zwischen Welten zur Deeskalation beitragen und arbeitet   dabei mit drei besonderen Referenten:

Sagy Cohen, ein jüdischer Israeli, Michael Luick-Thrams, ein Quäker aus dem Mittleren Westen (USA), und eine muslimische Mitarbeiterin.

Worte zwischen Welten bringt junge Menschen und ihre Familien in direkten Austausch mit Nicht-Deutschen, die hier leben. Wir schaffen ein offenes, vorurteilsfreies Umfeld, in dem Jugendliche und ihre Familien die eigenen (Lebens-)Geschichten erzählen lernen und miteinander teilen können.

Worte zwischen Welten ist kein abstrakt politisch-gesellschaftliches Programm, sondern direkt auf menschliches Miteinander und die eigene Persönlichkeit ausgerichtet. Wir alle leben in einer Nachbarschaft, weshalb es wichtig ist, unsere eigenen Herkunftsfamilien zu betrachten, bevor wir unsere Nachbarn bewerten. Unsere eigene Geschichte zu kennen, ist Voraussetzung für ein faires Zusammenleben.

Worte zwischen Welten:

  • ist eine bereichernde Erfahrung für Schüler/innen der 9.-12. Klassen und deren Eltern und wendet sich an Schulen, Kirchen und Jugendbildungseinrichtungen;
  • beginnt mit einer Powerpoint-Präsentation über die verschiedenen kulturellen Herkünfte der Referenten (90 min.); darauf aufbauend bieten wir vertiefende Module an;
  • geht als Workshop-Setting individuell auf die Bedürfnisse Ihrer Einrichtung ein. Wir bieten Einheiten zwischen 90 Minuten und zwei Tagen an. Je nach Bedarf kann zwischen Englisch oder Deutsch als Seminarsprache gewählt werden.

Weitere Informationen unter unsere Broschüre; Kontaktaufnahme: staff@TRACES.org.