Programme

The Global Salon

Vor dem ersten Weltkrieg lebten die meisten englischsprachigen “Expats” in Europa in Paris—an zweiter Stelle in Dresden: Das sogenannte “Elbflorenz” sorgte für sie durch eine Reihe von englischsprachigen Zeitungen, Buchhandlungen, Cafés, sozialen Vereinen, Grabsteinen … es gab sogar eine anglikanische, eine presbyterianische und eine “American” Kirche. Leider zerstörte ein Dreivierteljahrhundert geprägt von Weltkriegen, Diktatur und dem Eisernen Vorhang die angloamerikanische Kultur in Ostdeutschland.

Wir möchten das ändern und beginnen im Herzen Deutschlands, in Thüringen:

15 Expats („Ausländer“) nahmen am Sonntag, dem 26. Januar 2020, an der PräsentationDer diplomatische Gesandte der Safawiden in Siam im 17. Jahrhundert: Eine Politik der Wissensbildung“ von Anahita Arian teil. In der hinteren Reihe von links: Tim (Texas), Jeremy (Ontario), David (Irland), Lelah (Ontario), Anahita (Iran) und Niederlande), Carolina (Spanien), Sabine (Erfurt) und Shelley (Kalifornien und New York); aus der 1. Reihe: John (Yorkshire), Barbara (Missouri), Stefan (Südafrika), Marianna (Rumänien und Großbritannien) und Michael (Iowa). Als Gruppe haben wir in unzähligen Ländern gelebt, zusätzlich zu den aufgelisteten Ländern wären dann etwa zu nennen die Türkei, Südkorea, die Tschechoslowakei, Frankreich, Bangladesch, Brasilien, Ecuador.

Seit Silvester 2017 gibt es eine Gruppe von Englisch-Muttersprachlern in Thüringen, die sich regelmässig trifft, um miteinander ein noch besseres Zusammenleben zu erreichen—durch Austausch, Programme… Gemeinschaft.

Hier ist unsere Einladung zum Treff am 26. Januar 2020:

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Hier sind unsere Posters zu den vorherigen Treffen:

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Oktober 2019Herunterladen pdf(13.3mb)

August 2018flyer_2018_Aug_the_global_salon_lowHerunterladen pdf(185kb)

Juni 2018Mai 2018
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April 2018Februar 2018Januar 2018
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Der Journalist Karsten Jauch (Thüringer Allgemeine) mochte die Idee des „Global Salon“ so sehr, dass er hierüber zweimal in seiner wöchentlichen Kolumne „Kunstpause“ schrieb: Er stellte das Projekt vor—verbunden mit einer Einladung—und berichtete im Anschluss an das erste Treffen, bei dem er selbst anwesend war, über dieses neue Projekt.

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“In Luthers Fußstapfen:”
aus dem Mittleren Westen erkunden Erfurt

Am 17. Januar 2020 besuchten 17 Studenten des Luther College (Decorah, Iowa) im Rahmen einer dreiwöchigen Deutschlandtournee mit Schwerpunkt auf klassischer Musik Erfurt. Einer ihrer beiden Begleiter, Musikprofessor James Griesheimer, begleitete sie bei ihrer 12-stündigen Erkundung der Provinzhauptstadt unter der Leitung von TRACESpuren-Direktor Michael Luick-Thrams.

Nach einer Begrüßung und einer ersten Orientierung vor dem Hauptbahnhof erkundeten die Studierenden Thüringen virtuell im regionalen Besucherzentrum gegenüber dem Hauptbahnhof:

Dann begann ihre große Entdeckungstour durch die alt-ehrwürdige Stadt:

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Am Nachmittag stand unter anderem ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Topf & Söhne auf dem Programm: Topf & Söhne waren als „Hersteller der Öfen von Auschwitz“ berüchtigt. Die Studentinnen und Studenten trugen Auszüge von ehemaligen Studenten des Luther College vor, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatten—was sich für diese zeitgenössischen Studenten als außerordentlich bedeutsam erwies.

The War Correspondence of Luther College’s Student Soldiers
herunterladen: PP presentation (pdf) oder script (pdf)

Nach einer Führung durch das STASI-Gefängnis-Gedenkstätte in der Andreasstraße schätzten alle Beteiligten an diesem Abend das „leichtere“ Abendessen—ein mittelalterliches Dinner-Bankett in den Gewölbekellern des Wirtshauses Christoffel:

Der Abend endete mit einem Blick über die Erfurter Altstadt vom Stadtpark auf einem Hügel auf der Rückseite des Hauptbahnhofs. Bereits bei der Abreise mit dem ICE-Schnellzug zu ihrem Hotel in Eisenach traurig, dass die Zeit so schnell vergangen war, blieb Michael Luick-Thrams für den Rest der Reise mit den Studenten in Kontakt. Er schickte ihnen am Tag ihrer Tour durch Dachau sowohl einen Film über die Befreiung des Lagers durch amerikanische Soldaten als auch einen Link zu Fotos, die einige der Soldaten aus dem Mittleren Westen vom Lager gemacht hatten, nachdem sie die Nazis besiegt hatten.


Haus der Demokratie + 70 Jahre Grundgesetz:
” – Und was hat das mit Dir zu tun?”

Projektwoche – 2019

Sohn Christian Krauter (links) mit seiner Mutter Anneliese,
und Michael Luick-Thrams; Meiningen, 1. Oktober 2019

Vom 30. September bis 2. Oktober haben die Schüler der Regelschule “Am Kiliansberg” in Meiningen (Thüringen) die Geschichte ihrer eigenen Familie betrachtet, indem sie die Erfahrung anderer erkundeten. Michael Luick-Thrams hat ihnen aus der Deutsch-Amerikanischen Geschichte berichtet, um einen Kontext für Ehrengast Anneliese Krauter, geb. Wiegand zu schaffen. Sie ist den ganzen Weg aus Indianapolis gekommen, um den Schülern ihre eigene, persönliche Geschichte zu erzählen:

Es geschah sofort nach dem Pearl Harbor Angriff in Hawaii: Krieg an der Heimatfront USA hieß es. Sie war doch Amerikanerin, oder? Anneliese war in New York als Kind deutschstämmiger Eltern geboren worden, wie ihr Bruder, Freddie. Ihre Mutter, von Beruf Köchin, hatte ebenfalls die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben. Annelieses Vater hatte aber nur vorläufige Papiere und war noch nicht legal. Infolgedessen wurde er von der FBI verhaftet, als “gefährlicher feindlicher Ausländer” gebrandmarkt und auf Ellis Island festgehalten. Nach einigen Durchgangsstationen wurde die ganze Familie im “Crystal City Familien-Lager” (Texas) interniert. Mutter und Kinder gingen freiwillig ins Lager, weil das Leben getrennt von Vater und Ehemann zu schwer wurde. Nach einiger Zeit als Internierte wurde die ganze Familie Wiegand nach Deutschland repatriiert und gegen US-Staatsangehörige ausgetauscht. Es war nun Ende Februar 1944, als das Abenteuer der Wiegands in Bettenhausen und Meiningen begann…

Untertitel von Anneliese (links): “WEIHNACHTEN 1942: Ein Foto, das meine Mutter als Weihnachtsgeschenk meinem Vater ins Internierungslager (Fort Lincoln, Bismarck, North Dakota, USA) zuschickte. Abgebildet sind Anneliese, Alma (geb. Wiedrich) und Freddy.”

… wo die Schüler/innen vom Kiliansberg Annelieses faszinierende Geschichte als Ausgangspunkt zum Schreiben ihrer Eigenen nutzten. Das Resultat ihrer Arbeit teilten sie mit der restlichen Schule im Rahmen der folgenden Veranstaltung:


„Unser Erfurt wird immer bunter“
Bilder unserer Stadt – 2018

An der Erfurter Schillerschule haben wir einen, sowie an der Gemeinschaftsschule Am Roten Berg in Erfurt mehrere Projekttage unter dem Motto „Unser Erfurt wird immer bunter“ im August, bzw. September und Dezember 2018 durchgeführt, mit dem Ziel die Schüler für die eigenen Mitmenschen und den Umgang mit ihnen zu sensibilisieren.

So berichteten Kevin Manygoats, Greg Mock und Dr. Michael Luick-Thrams über ihre Kindheit und ihre Familien (jeweils) in einem Navajo Reservat in Arizona, in einem „inner-city Ghetto für Farbige“ in Philadelphia und auf einem Bauernhof in Iowa mit einem Ur-Großvater, der als Mitglied im Klu-Klux-Clan z.B. katholischen Christen verfolgte. In ihren ganz persönlichen Familiengeschichten spiegelte sich das Thema „Die Wurzeln des Rassismus in Amerika“.  Dadurch wurden Fragen wie z.B. „Warum werden Farbige, Indianer oder katholische Christen verfolgt?“ konkret. Die Schüler konnten über die Wurzeln von Konflikten z.B. in der Familie, in einer Schulklasse oder auf der Straße, ins Gespräch kommen sowie darüber nachdenken, wie sich Konflikte heute in Erfurt auf ihr Zusammenleben auswirken könnte.

Thaer Issa, Palästinenser und Sagy Cohen, Israeli berichteten darüber, wie sie in einem Staat aufwuchsen mit dem Feindbild des jeweils Anderen. Die Schüler diskutierten über den Begriff Heimat und was er für sie bedeutet. Der Referent Hatem Adi, geflüchteter Syrer erzählte über sein Leben vor und während des Krieges in Syrien und was dieser für seine Familie im Alltag bedeutete. Die SchülerInnen stellten interessiert Fragen und erfuhren welche Ängste und Furcht er im Krieg und während der Flucht nach Europa zu bewältigen hatte. In der Schulklasse sind mehrere Schüler mit Migrationshintergrund z.B. auch Geflüchtete aus Syrien. Diese SchülerInnen erzählten zum ersten Mal ihren Mitschülern, was sie selbst in Syrien und auf der Flucht für einschneidende Erfahrungen gemacht hatten.

Präsentation (PDF)


Neun Monate, Drei Mächte, Millionen von Schicksalen:

Thüringische Sozialgeschichte von Januar bis September 1945

Ein umgebauter LKW (oder bei Vollfinanzierung ein Doppeldeckerbus; als Beispiele unserer “BUS-eums” siehe diesen oder jenen Link) würde uns die Möglichkeit geben, nicht nur mit der Ausstellung auf „Tour“ zu gehen und sie in kleineren Gemeinden außerhalb der Ballungsgebiete zu zeigen, sondern auch Geschichte in einem außergewöhnlichen Raum erlebbar zu machen. Das Thema der Ausstellung, die Sozialgeschichte Thüringens während der ersten neun Monate des Jahres 1945, ist—nicht nur für Thüringer—von sozialer Relevanz, da es um die Aufarbeitung der Vergangenheit geht. Als Ausstellungsstücke bieten sich unter anderem Auszüge aus Tagebüchern, Briefen und Interviews, historisches Bild- und Videomaterial, Aufnahmen von Zeitzeugeninterviews, Zeichnungen und Fotografien an. Zudem würden wir gerne Besucher dazu einladen, ihre Geschichten (oder die ihrer [Groß-]Eltern) über diese Periode mit uns zu teilen, sodass wir sie für die nächsten Generationen bewahren können.

Weitere Informationen unter:

Download (PDF, 2MB)


Worte zwischen Welten

Unsere Programm-Angebote bereichern Schulen, Museen, Kirchengemeinden und andere gesellschaftlich engagierte Organisationen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um uns als Gäste zu buchen in Ihrer Organisation. Empfehlen Sie uns gerne weiter!

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Wir schaffen Begegnungen und Austausch zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen.

In Mittel- und Ostdeutschland stellen sich gegenwärtig besondere Herausforderungen:

Hier leben relativ wenige Nicht-Deutschstämmige. Die meisten Einheimischen kennen keine Ausländer persönlich, trotzdem haben sie ihnen gegenüber Angst und begegnen “den Fremden” teilweise mit Verachtung. Dadurch entstehen Konflikte.

Spuren e.V. will mit Worte zwischen Welten zur Deeskalation beitragen und arbeitet   dabei mit drei besonderen Referenten:

Sagy Cohen, ein jüdischer Israeli, Michael Luick-Thrams, ein Quäker aus dem Mittleren Westen (USA), und eine muslimische Mitarbeiterin.

Worte zwischen Welten bringt junge Menschen und ihre Familien in direkten Austausch mit Nicht-Deutschen, die hier leben. Wir schaffen ein offenes, vorurteilsfreies Umfeld, in dem Jugendliche und ihre Familien die eigenen (Lebens-)Geschichten erzählen lernen und miteinander teilen können.

Worte zwischen Welten ist kein abstrakt politisch-gesellschaftliches Programm, sondern direkt auf menschliches Miteinander und die eigene Persönlichkeit ausgerichtet. Wir alle leben in einer Nachbarschaft, weshalb es wichtig ist, unsere eigenen Herkunftsfamilien zu betrachten, bevor wir unsere Nachbarn bewerten. Unsere eigene Geschichte zu kennen, ist Voraussetzung für ein faires Zusammenleben.

Worte zwischen Welten:

    • ist eine bereichernde Erfahrung für Schüler/innen der 9.-12. Klassen und deren Eltern und wendet sich an Schulen, Kirchen und Jugendbildungseinrichtungen;
    • beginnt mit einer Powerpoint-Präsentation über die verschiedenen kulturellen Herkünfte der Referenten (90 min.); darauf aufbauend bieten wir vertiefende Module an;
  • geht als Workshop-Setting individuell auf die Bedürfnisse Ihrer Einrichtung ein. Wir bieten Einheiten zwischen 90 Minuten und zwei Tagen an. Je nach Bedarf kann zwischen Englisch oder Deutsch als Seminarsprache gewählt werden.

Weitere Informationen unter unsere Broschüre; Kontaktaufnahme: staff@TRACES.org.