Begegnungen mit „dem Anderen“: Programm

Kontakt: MichaelLuickThrams@gmail.com

Sofern nicht anders angegeben, finden alle Programme im STADTMUSEUM WEIMAR statt
[When not otherwise so marked, all programs take place at the Stadtmuseum Weimar]:
Karl-Liebknecht-Straße 5, 99423 Weimar; 03643.82600; www.stadtmuseum.weimar.de

MDR-Radiointerview mit Michael Luick-Thrams vom 4. März 2016 über dieses Projekt:

 

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Donnerstag/Thursday, 3.3.2016, 17:00 Uhr

Eröffnung der Ausstellung [exhibit opening]

Begrüßung: Dr. Alf Rössner (Stadtmuseum Weimar); Dr. Michael Luick-Thrams (Spuren e.V.)

Kurzvortrag: Prof. Dr. Jörg Seiler (Universität Erfurt): Wer sind „die Anderen“? Historische Erkundungen im Kontext von Kriegserlebnissen

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Freitag/Friday, 4.3.2016, 17:00-18:30 Uhr

„Plötzlich war ich Jude!“ Sogenannte „Nicht-Arier“ und andere „Unerwünschte“ während der NS-Zeit [“Suddenly, I was a Jew!” So-called “Non-Aryans” and other “Undesirables” during the Nazi Era]

Schon in den frühen 30er Jahren wurden Sozialisten und andere politische Gegner von den Nazis misshandelt. Bald aber war die Mehrheit der Verfolgten sogenannte „Nicht-Arier“. Viele davon waren nicht-praktizierende Juden, die sich mit ihrer jüdischen Herkunft gar nicht identifizierten. Dr. Lucinda Martin (Forschungszentrum Gotha/Universität Erfurt) führt eine Studie zu der Rolle der Quäker bei der Rettung Tausender dieser “Anderen” durch. In ihrer Präsentation wird sie Filmauszüge aus ihren Interviews mit diesen „Nicht-Ariern“ zeigen, in dem die Zeitzeugen aus ihren Erinnerungen erzählen. Diejenigen aus dem Publikum, die ihre eigenen Geschichten aus dieser Periode haben, werden ausdrücklich dazu eingeladen, an der anschließenden Diskussion teilzunehmen.

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Dr. Lucinda Martin in einem Interview mit Daisy Hoffner, eine von tausenden von
jüdischen Flüchtlingen, 
die während der NS-Zeit von den Quäkern gerettet wurden.

Samstag/Saturday, 5.3.2016, 11:00-13:30 Uhr (kostenlos; aber Voranmeldung erbeten unter: staff@TRACES.org) im STADTMUSEUM ERFURT: Johannesstraße 169, 99084 Erfurt; 0361.6555659

Workshop: „Familiengeschichte einmal anders:“ Soziale Kontexte der eigenen Familiengeschichte

Anhand der eigenen Familiengeschichte zeigt Dr. Michael Luick-Thrams die Chancen auf, wie man die Geschichte seiner Familie neu wahrnehmen, interpretieren und aufbewahren kann. Der Workshop basiert auf seinem (E-)Buch Roots of Darkness: Our Family’s Dreams and Nightmares in America.

Front Cover RoD Paper web

Samstag/Saturday, 5.3.2016, 18:00-20:30 Uhr

Vorführung von Bonne Nuit Papa (Trailer auf Deutsch) [showing of the film “Good Night, Papa” (in German)]

Begleitet wird der Film von Monika Bethmann, deren Tochter die Regisseurin und eine der Protagonistinnen des Films ist. Sie erzählt von ihrem Leben mit einem asiatischen Ausländer in der DDR. Anschließend Publikumsdiskussion. Weitere Informationen: www.sterntaucher-filmproduktion.de.

Bonne Nuit, Papa

Sonntag/Sunday, 6.3.2016, 13:30-14:30 Uhr

Dr. Torsten Müller: Flüchtlinge nach dem 2.WK in Thüringen [Refugees in Post-WWII Thuringia]

Dr. Torsten Müller (Eichsfelder Heimatmuseum, Bad Heiligenstadt) spricht über das Thema der Integration von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg in Thüringen. Er nimmt hierbei v.a. kirchliche Integrationsprozesse in den Blick.

Torsten Müller, Eichsfelder Heimatmuseum

Torsten Müller, Direktor des Eichsfelder Heimatmuseums (MDR Foto)

Sonntag/Sunday, 6.3.2016, 15:00-17:00 Uhr

„Zuhause oder doch nicht?“: Ausländer in der DDR [“At Home—but Really?” Foreigners in the GDR]

In der DDR lebten auch „Gastarbeiter“ und ausländische Studenten usw. Wir wollen deren Lebens-geschichten kennen lernen und mit ihnen und ihren Nachkommen hierüber ins Gespräch kommen. Der Hauptredner wird Piedoso Manave sein, ein Mosambikaner, der in der DDR lebte und ist geblieben. Dazu werden zwei Kurzfilme gezeigt, die zeigen, wie „bi-kulturelle“ Afrikaner „zwischen Welten“ leben. Für weitere Information clicken Sie hier.

copyright Paradise Garden Production

deutscher Vater mit Mosambikaner Sohn, im Kurzfilm über bi-kulturelle Mosambikaner

über den Kurzfilm (Foto oben): Eckehard Fricke ist stellvertretender Direktor der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit). Er steht kurz vor seiner Rente, hat in Mosambik zwei Kinder adoptiert, die jetzt in Europa studieren. Er lebt mit einer mosambikanischen Frau in einem selbst gebauten Haus am Rande der Stadt. Im Film, Eckehard sitzt in seinem Büro zusammen mit seinem dunkelhäutigen Sohn (der sich zu “90% als Deutscher” sieht) und redet darüber, wie ihn die Zeit in Mosambik geprägt und verändert hat und wie deutsch er sich trotz all der Jahre empfindet. Wir sehen Eckehard bei einem Gottesdienst: Die Kirche ist leer; er und der Pfarrer halten den Gottesdienst trotzdem nach allen Regeln der heimatlichen Tradition, mit Orgelmusik vom Laptop ab.

Sonntag/Sunday, 6.3.2016, 17:00-18:30 Uhr

Dr. Michael Luick-Thrams: „Siedler und Scarecrows“: Sieger werden „Opfer“ [Winners become Victims]

Der Urgroßvater von Dr. Michael Luick-Thrams, George Luick, war in den 20er Jahren Mitglied im Ku-Klux-Klan, was erst in jüngster Vergangenheit ans Licht kam. Wie kann man mit solchen dunklen Seiten der eigenen Familiengeschichte umgehen? Welche Bedeutung hat das für die Nachfahren?

Winona County Historical Society, Winona MN. Coll. photo. Mason City delegation to a KKK Convention held in Winona, MN in 1925 or 26.

Postville (Iowa) Herald Artikel von 10. April 1924 über
Klan-Rally, an der George Michael Luick teilnahm

Montag/Monday, 7.3.2016, 18:00-20:00 Uhr

Dr. Michael Luick-Thrams: Zuflucht in der Prärie: Flüchtlinge in Iowa, 1939-43 [WWII Refugees in Iowa]

Während der NS-Zeit nahmen Farmer und Studenten in Iowa 185 Juden, Politiker und andere Personen, auch aus Dresden, Leipzig und dem Vogtland, als Flüchtlinge auf. Warum taten sie das? Was bedeutete dies für alle Beteiligten, was für ihre Nachkommen? Was lernen wir für heute? Wir betrachten das von den Quäkern als Zufluchtsort betriebene „Scattergood Hostel“ (11-Min. Kurzfilm) und Michael Luick-Thrams fragt danach, ob dies heute als Modell dienen kann.

letterOktober19th1942Marie Juchacz

Im Anschluss folgt ein Kurzvortrag über Marie Juchacz:

Lydia Struck, Kulturwissenschaftlerin M.A. und Autorin: „Marie Juchacz – Briefe aus dem Scattergood Hostel“ [Marie Juchacz Letters from Scattergood Hostel]

Marie Juchacz – SPD Politikerin und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) – fand im Alter von 62 Jahren Zuflucht im „Scattergood Hostel“. Welche Wirkung hatte die Hilfe der Quäker auf ihr Leben, die Gründung der „Arbeiterwohlfahrt New York“, den Versand von „Care Paketen“ und die Neugründung der AWO in Deutschland?

group centered around Marie Juchacz

Der Zeitzeuge Günter „George“ Krauthamer (sitzend auf dem Fussboden, unten links im Foto von Scattergood Hostel mit Mitarbeiter*Innen [Hinterreihe] und anderen geflohenen “Gästen”; Marie Juchacz sitzt als Zweite von links in der mittleren Reihe) wird über seine Begegnung mit Frau Juchacz in den USA sprechen. Seine Mutter kam aus dem Vogtland und war evangelisch; sein Vater war jüdischer Pole.

Dienstag/Tuesday, 8.3.2016, 18:00-20:00 Uhr

Der ‚Dream‘ wurde ‚Albtraum‘: Internierte in den USA, 1941-48 [German Internees]

Während des 2.Weltkrieges internierte die US-Regierung etwa 15.000 deutsch-stämmige Männer, Frauen und (einige Tausend) Kinder in etwa 60 Lagern. Etliche wurden ins „Dritte Reich“ „repatriiert“ — teilweise im Tausch gegen von Nazis gefangene US-Amerikaner. Unter den Deportierten waren auch Juden und deutsche Flüchtlinge. Michael Luick-Thrams fragt, Wie konnte das sein? Ausschnitte eines Kurzfilmes geben Hinweise: http://www.traces.org/programs-link-contents/CC-camp.html.

Anneliese, Mutti, Freddy Wiegand

Untertitel von  Anneliese: “WEIHNACHTEN 1942: Eine Studiofotografie, die meine Mutter als Weihnachtsgeschenk  meinem Vater ins Internierungslager (Fort Lincoln, Bismarck, North Dakota, USA) zuschickte.  Abgebildet sind Anneliese, Alma (geb. Wiedrich) und Freddy.

Anneliese Krauter (geb. Wiegand; *1935 in New York) wurde von der US-Regierung mit ihren deutschen Eltern im Camp Crystal City (Texas) interniert und später „repatriiert“ ins „Dritte Reich“, wohin ihr Vater zur Verwaltung in ein Kriegsgefangenlager in Thüringen für Alliierte als Dolmetscher einberufen worden war. Seit den 50er Jahren lebte sie wieder in den USA (Indiana). Über ihre außergewöhnliche Familiengeschichte hat sie ein Buch geschrieben. Sie wird über ihre Lebenserfahrungen berichten und ihr Buch vorstellen.

Mittwoch/Wednesday, 9.3.2016, 18:00-19:30 Uhr

„Ihr unter uns“: Kriegsgefangene aus dem Mittleren Westen in deutschen Internierungslagern, 1943-45 [Midwest POWs in the 3rd Reich, 1943-45]

Etwa 95.000 US-amerikanische Kriegsgefangene waren während des 2. Weltkrieges in die Hände der deutschen Wehrmacht geraten—viele aus dem Mittleren Westen der USA. Ihre Begegnungen mit der deutschen Wachmannschaft, mit Bauern und der Bevölkerung zeigen dunkle Seiten, aber auch Mut und Humanität. Michael Luick-Thrams wird aus ihren Tagebüchern über das Leben in den Lagern vorlesen.

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wahrscheinllich Globe-Gazette Artikel vom Frühjahr 1945, basiert auf Daten
zitiert; 
um Keith Haights Kriegsgeschichte zu erfahren, klicken Sie hier...

Als Keith Haight Oktober 2001 starb, schrieb seine Witwe, Marguerite (Ver Helst) Haight:

Keith enlisted in the army in 1943, leaving for England after basic training and six weeks of desert training. His entry into WWII was landing on Normandy on D-Day plus one. After jumping off the landing craft with a 90-pound pack on his back, he immediately sank to the bottom. Thanks to a good buddy who pulled him up and drug him along, he managed to make it to shore.

Keith went on to front-line action in France, Belgium and Luxembourg, then to the Battle of the Bulge, where the U.S. forces had penetrated far into enemy territory. They were overwhelmed by the Germans after running out of ammunition. He was bayoneted and left for dead. After the enemy left, he managed to crawl to a barn nearby.

Being an Iowa farm boy, he was able to live on milk and oats for two days. After making an attempt to escape, he was captured by the Germans. By this time, his wound was infected and, for some reason he could never figure out, they put him in a German ambulance and took him to a nearby field hospital. Thanks to a Catholic nun who intervened on his behalf, they agreed to operate. Having no anesthetic even for their own men, two men sat on him, one on his feet and one on his head, while the doctor did the surgery.

Just a few days later, they put him in a boxcar and sent him on this way. He and other prisoners were jammed into a cattle car with no food or water, only one thin blanket each, and wooden shoes. He was first taken to Stalag G-6 and later to Stalag 4-B in Poland, which was a work camp.

Each day, Keith was made to walk to the mines two miles away, digging what, he never knew. The wooden shoes didn’t offer much protection, so he ended up with frozen feet and hands. They received only one bowl of thin soup each day and soon learned to relish the weevils floating on the top. Some days they would also get a loaf of bread made mostly of sawdust to be divided twelve ways.

One day a rumor circulated that the Red Cross was coming to visit the camp and, much to their surprise, they were all issued warm new blankets that were taken away as soon as the Red Cross left. Beatings were a common event each day. When ex-POWs were asked what they thought of most, they all replied, “enough food to stay alive.”

As the war was drawing to a close, Keith was liberated by the Russians and traveled with them until they reached the American lines. He was then sent to Camp Lucky Strike and back home. On board ship, on the way home, he hung around the kitchen, eating fruit cocktail and sweetened condensed milk. His weight went from 115 to 154 pounds by the time he reached home.

Back home, Keith was put on leave, then, ironically, sent to Colorado to guard German prisoners [of war held in the United States]!

Donnerstag/Thursday, 10.3.2016, 18:00-19:30 Uhr

Dr. Michael Luick-Thrams: „Wir unter euch“. Deutsche Kriegsgefangene im Mittleren Westen, 1943-46 [German POWs in the US, 1943-46]

Im 2. Weltkrieg wurden mehr als 380.000 deutsche Kriegsgefangene in US-amerikanischen Lagern interniert. In Ostdeutschland war dies nach deren Rückkehr ein Tabuthema. Die Verbindungen zwischen deutschen Kriegsgefangenen und ihren „Gastgebern“ in den USA sind bis heute Stoff von Legenden.

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deutsche Kriegsgefangene in Minnesota, circa 1944

Freitag/Friday, 11.3.2016, 18:00-20:00 Uhr

„Wurzeln-Wege-Wünsche“: Ein Film über und mit Flüchtlingskindern [Film about and by Refugee Kids]

Im Zentrum des kurzen Dokumentarfilms stehen geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Übergangsklasse der Mittelschule Weidenberg. Sie erzählen, woher sie kommen, wie ihr Weg nach Deutschland aussah, wie ihr Leben jetzt aussieht und was sie sich für die Zukunft wünschen. Wir werden den Film anschauen und hierüber mit dem Regisseur diskutieren, der sensibilisiert für ein aktuelles und komplexes Thema. Sagy Cohen, ein israelischer Autor, lebt seit 2007 in Bayreuth. Als Integrationstrainer ist Sagy tätig in der Bildungsarbeit zu den Themen „Toleranz,“ „Jüdisches Leben“ und Flüchtlingshilfe.

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geflüchtete Kinder schauen einen Film an, der von geflüchteten
Kindern gedreht wurde, unterstützt durch Sagy Cohen

Samstag/Saturday, 12.3.2016, 10:00-12:00 Uhr (kostenlos; aber Voranmeldung erbeten unter: staff@TRACES.org)

Workshop, Teil I: „Worte zwischen Welten“: Wir schaffen Begegnungen und Austausch zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen [Workshop “Words between Worlds”: Encounters and Exchange]

Der Workshop will interkulturelle und interreligiöse Kompetenz durch Dialogprozesse vermitteln. Zunächst stellen die Referenten ihre Herkunftsfamilien und die Kultur der Herkunftsländer vor. Davon ausgehend reflektieren wir Kulturdifferenzen und -prägungen. Was ist in diesem Prozess erlaubt und was sind Tabus? Was wünschen wir uns für unser Leben und für unsere Wahlheimat in Zukunft?

Referenten sind: Sagy Cohen (1977; Tel Aviv, Israel), Miriam Taani (1978; Amman, Jordanien) und Michael Luick-Thrams (1962; Mason City, Iowa/USA)

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Samstag/Saturday, 12.3.2016, 14:00-17:00 (kostenlos; aber Voranmeldung erbeten unter: staff@TRACES.org)

Workshop, Teil II: „Worte zwischen Welten”: Wir schaffen Begegnungen und Austausch mit Fremden in einem fremden Land [Workshop “Words between Worlds: Encounters and Exchange of Strangers]

Fortsetzung des Gespräches vom Vormittag, begleitet vom Mediator und Ombudsmann Björn Rohde-Liebenau und Haitham Khalaf aus Syrien, die seit März 2015 in einer Gemeinschaft von Menschen aus Deutschland und Syrien zusammen erleben. Im Zusammenleben versuchen sie, sich gegenseitig ihre sich wandelnden Heimaten näherzubringen. Hierzu braucht es Schutz und Identität, Zusammengehörigkeit und Respekt. Ein Gespräch „zwischen Welten” mit dem Ziel, dass alle gehört werden.

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Samstag/Saturday, 12.3.2016, 18:00-19:30 Uhr

„Jene unter uns“: Juden und Muslime im deutschen Raum [Jews & Muslims in Germany]

Vortrag: „Deutschlands Flüchtlingsgeschichte von Nahost zu Nahost“ [Lecture: Mideast Refugees]

Flüchtlingskrise: Wiederholt sich die Vergangenheit? Denn schon vor etwa 800 Jahren kamen Flüchtlinge nach Deutschland, deren ursprüngliche Wurzeln im Nahen Osten waren – Juden. Mit einer anderen Sprache, anderen Sitten und anderer Religion wanderten sie in Deutschland ein. Wie diese Geschichte endet, wissen wir alle. Haben wir daraus gelernt? Sagy Cohen verbindet in seinem Vortrag Fragen der Gegenwart mit den Erfahrungen der Vergangenheit.

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Sonntag/Sunday, 13.3 2016, nach der Weimar Quäker Andacht (auf Einladung)

Workshop, Teil I: „Immer ‚der Andere‘—egal wo“: Das Leben eines Flüchtlings [A Refugee’s Life: 1]

Salomea Genin (*1932 in Berlin) flüchtete im Mai 1939 mit ihrer jüdischen Familie vor den Nazis nach Australien. 1944 wurde sie Jungkommunistin und trat 1949 der Kommunistischen Partei bei, als diese verboten wurden. 1951 war sie Mitglied der australischen Delegation bei den Weltjugendfestspielen in Ostberlin. 1954 kehrte sie nach Berlin zurück, um in der DDR ein besseres, antifaschistisches Deutschland mitaufzubauen. Doch ließ die DDR sie nicht einreisen. So lebte sie zunächst in Westberlin. 1963 durfte sie nach Ostberlin umsiedeln und wurde Mitglied der SED. 1982 kam die Erkenntnis: Sie hatte mitgeholfen, einen Polizeistaat zu schaffen! Salomea Genin berichtet über ihr bewegtes Leben.

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 Sonntag/Sunday, 13.3.2016, 15:00-17:00 Uhr

Workshop, Teil II: „Immer ‚der Andere‘—egal wo“: Das Leben des Anderen [“The Other’s” Life: 2]

Diskussion mit Salomea Genin, Michael Luick-Thrams, Jörg Seiler und anderen über das Thema „Begegnungen mit ‚dem Anderen‘:“ Wie gehen wir mit unseren Erfahrungen des Andersseins und unserer Wahrnehmung „des Anderen“ um?

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Mittwoch/Wednesday, 16.3.2016, 19:00-20:30 Uhr in STADTMUSEUM DRESDEN: Wilsdruffer Str. 2, 01067 Dresden; 0351.4887301; www.stadtmuseum-dresden.de

Vortrag und Diskussion: „Immer ‚der Andere‘—egal wo“: Das Leben des Anderen [“The Other’s” Life]

Praesentation von Salomea Genin, mit Diskussion dannach über das Thema „Begegnungen mit ‚dem Anderen‘:“ Wie gehen wir mit unseren Erfahrungen des Andersseins und unserer Wahrnehmung „des Anderen“ um? Freimut Luft stellt die Referentin in Namen der Dresdner Quäkern vor.

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Filmemacherin Marina Kem in Kambodscha mit ihr Mutter, Monika Bethmann

Mittwoch/Wednesday, 23.3.2016, 19:00-21:30 Uhr in STADTMUSEUM DRESDEN

Vorführung von Bonne Nuit Papa (auf Deutsch) [showing of the film “Good Night, Papa” (in German)]

Begleitet wird der Film von Monika Bethmann, deren Tochter die Regisseurin und eine der Protagonistinnen des Films ist. Sie erzählt von ihrem Leben mit einem asiatischen Ausländer in der DDR. Anschließend Publikumsdiskussion. Weitere Informationen hier.
Christian Mämecke stellt die Referentin in Namen der Dresdner Quäkern vor.

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Annette Keller, Louis und Edith Lichtenstein, und ein unbekanntes Mädchen; Sommer 1942

Mittwoch/Wednesday, 30.3.2016, 19:00-20:30 Uhr in STADTMUSEUM DRESDEN

Vortrag: Lydia Struck: „Geflohen und doch zu Gast“ – Die deutsche Politikerin Marie Juchacz in Iowa 1942 [Lecture: „A refugee, but still a guest“]

Rudolf Pinkert (Spuren e. V.) gibt eine Einführung über das zwischen 1939-1943 in Iowa (USA) von Quäkern als Zufluchtsort betriebene „Scattergood Hostel“, in dem von den Nationalsozialisten verfolgte Menschen, auch aus Dresden, Leipzig und Chemnitz, aufgenommen wurden.

Lydia Struck foto-anhalt.de

Lydia Struck

Lydia Struck M.A., Autorin und Kulturwissenschaftlerin, ermöglicht einen ganz persönlichen Blick auf ihre Urgroßtante Marie Juchacz und berichtet aus dem aufregenden Leben dieser mutigen Frau, die als SPD-Reichstagsabgeordnete (1919-1933) eine bedeutende deutsche Politikerin war und im Alter von 62 Jahren Zuflucht im „Scattergood Hostel“ fand.

Buchcover deutsch

Zudem wird Günter „George“ Krauthamer aus den USA per Skype zugeschaltet, um über seine Begegnung mit Marie Juchacz in den USA zu berichten. Der evangelisch getaufte Zeitzeuge stammt aus Sachsen, sein Vater war polnischer Jude.

                                                                         — ENDE —

Weitere Informationen unter: www.DE.TRACES.org oder www.TRACES.org.

Kontakt

Für Fragen steht Ihnen Prof. Dr. Jörg Seiler per E-mail: jox.seiler@gmx.de oder Telefon: 0176-47359477 zur Verfügung.

Diese Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Stadtmuseen Weimar, Erfurt und Dresden
mit Spuren e.V./Dresden-Erfurt (www.DE.TRACES.org). Sie wird unterstützt von der
Quäker-Hilfe e.V. und der Dresdner Quäker-Gruppe über den Small Grants Fund der FWCC-EMES.

 

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